Kaindlhütte - 1293m

Geschichte

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Im Wandel der Zeit - die Kaindlhütte einst und jetzt:

Kaindl-Much

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert hatte mein Urgroßvater, der Bauernsohn Michael Kaindl aus Kufstein schon fast die Billets für eine Schiffspassage nach Amerika in der Tasche. In der Familie gab es Widerstand gegen seine Heiratspläne mit der Bärenwirtstochter Theresia Mauracher. 

Die beiden setzten sich gegen die zerstrittenen Väter durch und konnten heiraten. der Much kaufte von seinem Bruder die Alm auf dem Steinberg und begann die Kaindlhütte zu bauen. 

Zwischen 1890 und 1914 begann im Kaisergebirge die Zeit des sportlichen Kletterns. Neben Johann Tavonaro und Alois Strasser machte sich der Kaindl-Much in dieser Zeit einen Ruf als herausragender Bergsteiger und Bergführer. Neben vielen Erstbesteigungen zeichnete er sich als Bergretter aus und trug das Grüne Kreuz des Alpenvereins als Auszeichnung. 

Zu dieser Zeit reiste das Bürgertum besonders aus Deutschland und Österreich in die Alpen zur Sommerfrische. Bergfahrten waren im aufkeimenden Naturbewusstsein der moderne Sport.

In den kommenden Jahren hatte der Much so großen Erfolg mit seiner Hütte, daß er noch eine weitere Alm hinzukaufen konnte. Diese baute er zu dem heute noch stehenden "Schlafhaus" aus.

Die Familie Kaindl, der Much, die Muchin und die beiden Töchter Resi und Hedi lebten damals das ganze Jahr über auf dem Steinberg. Obwohl es weder Lift, noch Schneemobile oder gar Pistenraupen gab, betrieben sie die Kaindlhütte mit einfachen Mitteln. In manchen Wintern waren die vier oft mehrere Wochen eingeschneit und konnten kaum ins Tal.

Die gesamte Versorgung wurde mit Tragpferden, dem Schlitten oder der Kraxe zu Fuß von Kufstein aus gesichert. Noch mein Vater, der Schaupenwirt Michael Gruber aus Kiefersfelden, der Enkel des Kaindl-Much, mußte in den 1950er Jahren mit den Tragtieren von Kufstein zur Kaindlhütte hinaufsäumen.

 

 

 

 

 

 

Die Kaindlhütte hat bis heute mehr als ein Jahrhundert überdauert, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Sie ist noch heute die liebens- und lebenswert einfache Berghütte, wie zu meines Urgroßvaters Zeiten.

So möchten wir dies auch in Zukunft bewahren und in familiärer Tradition erhalten.

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